Fundamental Analyse

 

FUNDAMENTAL-ANALYSE

Unter Fundamental-Analyse versteht man die Anwendung mikro- und makroökonomischer Theorien auf Märkte mit dem Ziel, zukünftige Entwicklungen vorherzusagen. Die Währungsmärkte werden durch große Fundamentalkräfte angetrieben.

Handelsbilanz (Handelsbilanz Waren):
Die Handelsbilanz ist ein Indikator für die Differenz zwischen Warenexport und -import eines Landes. Eine positive Handelsbilanz oder ein Überschuss tritt auf, wenn der Export eines Landes den Import übersteigt. Eine negative Handelsbilanz oder ein Defizit tritt auf, wenn mehr Waren importiert als exportiert werden.

Die Handelsbilanz sowie alle Veränderungen beim Export und Import werden auf den Devisenmärkten genau mitverfolgt, da diese ein Hauptindikator für Entwicklungen am Devisenmarkt sind. Import- und Exportmaßnahmen sind wichtige Indikatoren für gesamtökonomische Aktivität in der Wirtschaft. Tendenzen im Bereich der Exportaktivitäten spiegeln nicht nur die Wettbewerbsposition des betreffenden Landes wider, sondern auch die Stärke der Wirtschaftsaktivität im Ausland. Tendenzen im Bereich der Importaktivität spiegeln die Stärke der Wirtschaftsaktivität auf dem Inlandsmarkt wider.

Ein Land mit einem signifikanten Handelsbilanzdefizit wird im Allgemeinen eine schwache Währung haben, da es zu einem kontinuierlichen kommerziellen Währungsverkauf kommt. Dieser kann jedoch durch signifikante Finanzinvestitionsflüsse über einen langen Zeitraum ausgeglichen werden.

Leistungsbilanz:
Die Leistungsbilanz ist der wichtigste Bestandteil der internationalen Handelsdaten. Dies ist das umfangreichste Maß für Verkauf und Kauf von Waren, Dienstleistungen, Zinszahlungen und einseitigen Überweisungen. Die Handelsbilanz ist in der Leistungsbilanz enthalten. Im Allgemeinen kann ein Leistungsbilanzdefizit die Währung schwächen.

Preisindex für die Lebenshaltung (CPI):
Der Preisindex für die Lebenshaltung (CPI) ist ein Maß für das Durchschnittsniveau von Preisen für einen festgelegten Waren- und Dienstleistungskorb, der vom Verbraucher gekauft wird. Die monatlich angezeigten Veränderungen des CPI werden als ein Indikator für Inflation genau mitverfolgt.

CPI ist ein hauptsächlicher Inflationsindikator, da Verbraucherausgaben annähernd zwei Drittel der Wirtschaftsaktivität ausmachen. Ein steigender CPI wird häufig von höheren kurzfristigen Zinssätzen gefolgt und kann sich daher kurzfristig unterstützend auf die Währung auswirken. Hält das Inflationsproblem jedoch langfristig an, wird unter Umständen das Vertrauen in die Währung untergraben und geschwächt.

Bestellungen von Gebrauchsgütern:
Die Bestellungen von Gebrauchsgütern sind ein Maß für die Platzierung der neuen Bestellungen bei Inlandsherstellern für sofortige und künftige Lieferungen von physischen Fabrikgütern.
Monatliche Prozentualänderungen spiegeln die Änderungsrate dieser Bestellungen wider.

Der Index für Bestellungen von Gebrauchsgütern ist ein wichtiger Indikator für Entwicklungen auf dem Produktionssektor, da ein Großteil der industriellen Produktion durch Bestellungen erfolgt. Steigende Bestellungen von Gebrauchsgütern sind normalerweise mit einer stärkeren Wirtschaftsaktivität verbunden und können daher zu höheren kurzfristigen Zinssätzen führen, was sich in der Regel unterstützend auf die Währung auswirkt, zumindest kurzfristig.

Bruttoinlandsprodukt (BIP):
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist das weitreichendste zur Verfügung stehende Maß für gesamtökonomische Wirtschaftsaktivität. Dies ist ein Indikator des Marktwerts aller in einem Land hergestellten Waren und Dienstleistungen. BIP wird vierteljährlich angezeigt und wird genau mitverfolgt, da dies der Hauptindikator für die Stärke der Wirtschaftsaktivität darstellt.

Der BIP-Report umfasst drei Releases: 1) Advance Release (erster); 2) Preliminary Release (1. Revision); und 3) Final Release (2. und letzte Revision). Diese Revisionen haben normalerweise starke Auswirkungen auf die Märkte.

Ein hoher BIP-Wert wird normalerweise von Erwartungen höherer Zinssätze gefolgt. Dies wirkt sich meist positiv auf die betreffenden Währungen aus, zumindest kurzfristig, es sei denn, das Vertrauen in die Währung wird durch die Erwartungen eines gestiegenen Inflationsdrucks untergraben.

Zusätzlich zu den BIP-Werten gibt es die BIP-Deflatoren als Maß für die Preisänderung von Gesamt-BIP und für jede Komponente. Die BIP-Inflatoren sind neben dem CPI ein weiteres wichtiges Inflationsmaß. Im Gegensatz zum CPI bieten die BIP-Deflatoren den Vorteil, dass diese nicht ein festgelegter Waren- und Dienstleistungskorb sind. Dies bedeutet, dass sich Änderungen im Verbrauchsmuster oder die Einführung neuer Waren und Dienstleistungen in den Deflatoren widerspiegeln.

Baubeginn:
Der Baubeginn dient als monatliches Maß für die Erstkonstruktion von Wohneinheiten (für Einfamilien und Mehrfamilien). Der Baubeginn wird genau beobachtet, da dieser ein Indikator für die allgemeine Stimmung in der Wirtschaft ist. Hohe Bauaktivität ist normalerweise mit steigender Wirtschaftsaktivität und Vertrauenszuwachs verbunden. Als solcher wird er als Vorbote höherer kurzfristiger Zinssätze betrachtet, was sich normalerweise unterstützend auf die betreffende Währung auswirkt, zumindest kurzfristig.

Neugeschaffene Stellen:
Neugeschaffene Stellen (auch bekannt als Arbeitsbericht) gelten als der wichtigste aller Wirtschaftsindikatoren. Dieser wird normalerweise am ersten Freitag eines Monats herausgegeben. Der Bericht gewährt einen umfassenden Einblick in die Wirtschaft, da alle bedeutenden Wirtschaftszweige thematisiert werden. Es ist sinnvoll, Entwicklungen bei der Schaffung neuer Stellen in mehreren Wirtschaftskategorien zu untersuchen, da die Gesamtwirtschaftsdaten signifikante Abweichungen in den zugrunde liegenden Wirtschaftsentwicklungen verdecken können.

Neugeschaffene Stellen sind ein Maß für die Personenanzahl, die als Angestellte von nichtlandwirtschaftlichen Geschäftsbetrieben und staatlichen Einheiten bezahlt werden.
Monatliche Änderungen hinsichtlich neugeschaffener Stellen spiegeln die Anzahl neugeschaffener oder abgebauter Arbeitsplätze im Monatsverlauf wider. Diese Entwicklungen werden genau mitverfolgt, da dies ein wichtiger Indikator für die Wirtschaftsaktivität ist.

Deutlicher Anstieg an neugeschaffenen Stellen gilt als Zeichen starker Wirtschaftsaktivität, die unter Umständen zu höheren Zinssätzen führen kann, was sich normalerweise unterstützend auf die betreffende Währung auswirkt, zumindest kurzfristig. Wird jedoch mit dem Aufbau eines Inflationsdrucks gerechnet, könnte hierdurch das langfristige Vertrauen in die Währung untergraben werden.

Erzeugerpreisindex (PPI):
Der Erzeugerpreisindex dient als Maß für die monatlichen Veränderungen des Großhandelspreises und lässt sich in Gebrauchsgüter, Industrie und Fertigungsstufen aufschlüsseln.

Der PPI stellt einen wichtigen Inflationsindikator dar, da dieser Preisveränderungen im Produktionssektor wiedergibt – wobei Inflation auf Herstellerebene häufig an den Preisindex für die Lebenshaltung weitergegeben wird. Bei einem steigenden PPI wird daher davon ausgegangen, dass dieser zu einer höheren Verbraucherpreisinflation führt und damit zu potentiell höheren kurzfristigen Zinssätzen. Höhere Sätze haben häufig kurzfristig positive Auswirkungen auf die Währung, obwohl signifikanter Inflationsdruck häufig dazu führt, dass das Vertrauen in die betreffende Währung untergraben wird.

 

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